Gesunde Materialien

Worauf Du im Innenraum verzichten kannst


Wir verbringen rund 90% unserer Zeit in Innenräumen. Die Luft, die wir einatmen beeinflusst unsere Gesundheit - positiv oder negativ. Saubere Luft in Verbindung mit der optimalen Luftfeuchtigkeit ist ein wichtiger Wohlfühlfaktor.
Während wir die Luftqualität draußen nur durch einen Ortswechsel verbessern können, ist es im Innenraum glücklicherweise anders. Wir können uns aussuchen, welcheMaterialien uns umgeben.
Viele Klebstoffe, Tapeten, Bodenbelägeund Farben enthalten Weichmacher und andere Schadstoffe. Diese atmen wir mit der Raumluft als winzige, unsichtbare Partikel oder Gase ein - sogenannte VOCs.
Heute teilen wir unsere absoluten ❌ No-Gos an Oberflächen und Materialien, die uns in kein Haus kommen. Erfahre welche Alternativen es gibt und nimm unsere ✅ Best Practice Tipps für Dein nächstes Bauvorhaben mit!
Enjoy & feel inspired! 😀

Unsere No-Gos im Innenraum:

01. - PVC und Vinyl-Böden ❌  
"Mit der Entscheidung für einen PVC-Boden ist jedes bauökologische Konzept zu Ende."  hat einmal ein sehr geschätzter Bauchemiker gesagt. Auch Vinyl besteht aus PVC, das gerne in Nebenräumen verlegt wird. Man riecht es gleich: PVC enthält Weichmacher und ist gesundheitsschädlich. Ein absolutes No-Go. Die gute Nachricht: Es gibt richtig schöne Alternativen!

   

          ✅  Best-Practice Tipp:   
           Linolboden verwenden! Es gibt ihn in den unterschiedlichsten Farben, er besteht aus reinen
           Naturmaterialien und lässt sich auch super mit anderen Materialien kombinieren. Linolbelag wird wegen
           seiner Strapazierfähigkeit auch in Krankenhäusern oder Schulen verlegt. Für den Objektbereich und
           öffentliche Bereiche, wie auch Wohnen die bessere Wahl.

02. - Epoxidharz-Böden ❌   
Ja, sie sehen toll aus! Viele Farben, fugenlose Oberflächen, dauerhaft und robust. Beim Einbau stinkt es aber gewaltig. Während der Verarbeitung des Harzes treten giftige Lösungsmitteldämpfe auf, die nicht eingeatmet werden dürfen und im flüssigen Zustand ist das 2-Komponenten-Material hautreizend. Zudem sind die Böden nicht recyclebar.
 

          ✅
 Best-Practice Tipp:   
           Gussböden (auf PU-Basis), (großformatige) Feinsteinzeugfliesen oder Stein sind tolle Alternativen. Die
           Möglichkeiten sind hier fast unbegrenzt. Nicht nur bei Optik und Haptik gibt es eine breite Palette
           sondern auch die Kosten variieren je nach Produkt stark.

03. - Vinyl-Tapeten ❌ 
Vinyl-Tapeten (oder Kunststofftapeten) haben eine Beschichtung aus Poly-Vinyl-Chlorid, oft mit veredelten Oberflächen. Da sie feuchtebeständig sind, werden sie auch gerne im Bad eingesetzt. Gleich wie beim PVC-Bodenbelag enthalten Vinyltapeten aber meist schädliche Weichmacher und das Material ist am Ende Sondermüll.      
 

          ✅ Best Practice Tipp:   
           Besser sind Vlies-Tapeten, Papiertapeten oder Textiltapeten, deren Zusammensetzung aus natürlichen
           Materialien besteht. Hier
die Spreu vom Weizen zu trennenist nicht so einfach! Um sicher zu gehen, am
           besten ein Auge auf das
Produktdatenblatt werfen. Für Nassbereiche mit Statement eignen sich zum
           Beispiel
Zementfliesen.

04. - Wandfarben ohne Gütesiegel ❌   
Emissionsfreie Farben findet man in jedem Baumarkt. Nicht alle sind klar als emissionsarm deklariert und für Laien als schadstofffrei erkennbar.       
  
 

          ✅  So geht nichts schief
           Produkte mit anerkanntem Gütesiegel, wie das Österreichische Umweltzeichen oder der Blaue Engel,
           verwenden.

05. - Raumdüfte ❌   
Besonders in Hotels und im Retail gehört der eigene Duft mittlerweile zum Markenerlebnis. Ständig genutzte Räumen sollten aber nicht dauerhaft beduftet werden. Chemische Duftstoffe sind nichts anderes als VOCs und auf lange Sicht gesundheitsschädlich, besonders für Allergiker. Natürlich gilt wie immer: Die Dosis macht das Gift! Die gelegentlich angezündete Duftkerze ist sicherlich unbedenklich.

 

         ✅  Best-Practice Tipp:
          Blumen sind, je nach Art natürlich, ein toller natürlicher Raumduft. Sie bringen gleichzeitig Farbe und
          Leben in den Raum und heben außerdem (fast immer) die Stimmung! 😊

Zusammenfassung   

  • Generell kannst Du davon ausgehen: Wenn es streng nach "neu" riecht (Stichwort: Krankenhausflur!), sind Materialien im Spiel, die VOCs ausdünsten und schädlich für unsere Gesundheit sind. Das Gute ist: Das ist leicht zu vermeiden! Am Markt gibt es in fast allen Kategorien ökologische Alternativen, die nicht unbedingt teurer sind. Sie erfordern lediglich das Planer-Wissen und erfahrene ausführenden Firmen, die bereit sind, auch mal Unbekanntes anzuwenden.
  • Regelmäßige Lüften ist das A&O für eine gute Raumluft, vor allem im ersten Jahr nach der Fertigstellung. Die Zeit hilft der Raumluftqualität! Während neue Materialien am stärksten ausdünsten, wird das nach einigen Monaten weniger und die Schadstoffe in der Luft verflüchtigen sich immer mehr.
  • Kontrollieren durch Messen! Ob Schadstoffe in der Luft sind, zeigen professionell durchgeführte Raumluftmessungen. Dabei erfährt man die Konzentration der Schadstoffe in der Luft und ob gesundheitsschädliche Grenzwerte erfüllt werden. Das ist bei größeren Neubauvorhaben mittlerweile gelebte Praxis.
Wie setzen wir gesunde Materialien in der Praxis um?  
Das Thema Materialökologie ist in jedem unserer Projekte verankert. Wir informieren unsere Bauherren über die zahlreichen Alternativen! Die oben genannten Produkte unserer "Black List" verwenden wir nicht oder nur in Ausnahmefällen und in enger Abstimmung mit unseren Auftraggebern und Professionisten.
Wir bevorzugen, wo immer möglich, Vintage Möbel und fördern die Wiederverwendung von vorhandenem Mobiliar, indem wir es neu inszenieren und ins Gesamtkonzept integrieren.

Wie cool das aussehen kann, zeigt unser 
Projekt Wohnhaus am See.
Fragen oder Inputs zum Thema?
Schicke sie am besten an office@arendt-wendelin.at    
Du möchtest ein Projekt mit uns verwirklichen? 
Kontaktiere uns für ein Erstgespräch, um zu erfahren wie wir zusammenarbeiten können. 
Erstgespräch anfragen